Und Islam und Feminismus gehören doch zusammen!

Nach meinem Praktikum bei bento – dem neuen Jugendangebot von SPIEGEL ONLINE – wurde ich dort als freie Autorin angenommen und schreibe seitdem über Themen rund um Muslime, Mode, Türkei und vieles mehr.

Mein letzter Artikel hat mir vor allem eins gezeigt: Das Netz will keine muslimischen Feministinnen. Aber lest selber, wie ich Portraits von jungen starken Frauen schrieb – die ein Kopftuch tragen – und mit rund 1000 Meinungen konfrontiert wurde.

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Natürlich schrieb ich Antworten auf die ‚besten‘ Kommentare und siehe da: Es gab einige positive Kommentare.

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Mein Fazit: Jeder kann wirklich jeden Schrott unter einen Artikel setzen. Nur wenige schaffen es, ihre Meinung auch wirklich zu begründen und konstruktive Kritik zu äußern. Ich bin offen für jede Äußerung, aber sicherlich nicht für Beleidigungen. Und was ich noch weniger verstehen kann und auch nicht akzeptieren werde: Wenn einige Menschen meinen, für mich – als ‚Kopftuchtragende‘ – denken zu dürfen. Ich kann euch mit Sicherheit sagen, dass ich immer noch für mich selbst denken kann – und das trotz Kopftuch. Hört auf mir in einem Atemzug vorschreiben zu wollen, was ich auf meinem Kopf haben soll und dann für Freiheit zu plädieren. Paradoxe Menschen. Mehr dazu findet ihr auf meinem Autorenprofil.

Kann ich mit einer Umarmung die ganze Stadt fassen?

Ein syrisches Ehepaar zieht in unser kleines Viertel ein – vor Dankbarkeit umarmen sie die Helfer. Wenige Tage danach erwartet die Stadt Dortmund mehr als zwei tausend syrische Flüchtlinge – die Stadt empfängt sie mit offenen Armen.

Ein Bericht über liebevolle Umarmungen

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Vor einigen Tagen bekam meine Mutter eine Nachricht auf ihr Handy – in unserem kleinen Stadtteil ist ein Ehepaar eingezogen, das zuvor aus Syrien floh. Die beiden hätten schon seit Tagen nichts Richtiges essen können, da sie kein Geld hatten. Meine Mutter benachrichtigte schnell ihre Freundinnen, und die wiederum ihre – in wenigen Stunden, wusste fast unsere ganze Bekanntschaft in der Umgebung davon. Einige brachten zu uns nach Hause einige Spenden, andere gingen direkt zu der Familie. Ich war den ganzen Tag unterwegs gewesen – aber meine Mutter schrieb mir immer wieder, was sie schon sammeln konnte. Als ich am Abend dann Zuhause war, fuhren meine Mutter und ich zu dem Ehepaar. Dort waren wir überwältigt, von den Spenden die gekommen waren: Eine gesamte Wohnung konnte eingerichtet werden – innerhalb von wenigen Stunden. Die Küche, die vorhanden war, bauten einige junge Männer auf. Sofas fürs Wohnzimmer, ein Schlafzimmer und regale. Es sah wirklich nach einer normalen Wohnung aus – so, als hätten die Bewohner keine schreckliche Flucht hinter sich. So, als würden sie schon jahrelang dort leben. Ich war überwältigt.

Die Moscheegemeinde im Stadtteil, hatte die Leute benachrichtigt – schnell kamen viele zur Hilfe. Als die syrische Frau uns sah, schaute sie uns an, versuchte etwas auf arabisch zu sagen – doch wir konnten sie nicht verstehen. Sie sprach auch kein Englisch. Dann kam sie näher – und umarmte erst meine Mutter, dann mich und die anderen Frauen, die da waren. Eine Umarmung – so fest und liebevoll. Ich spürte, dass diese Frau mehr als Dankbar war. Sie war überwältigt – genau wie wir. Sie schaute uns an und umarmte uns wieder. Fassungslos von der Hilfe der Menschen, die sie umgaben. Ich war es ebenfalls.

Die Sachspenden sind Dinge, die wir nicht mehr brauchen – die im Keller rumliegen. Dinge, die wir mehrfach Zuhause haben und gut erhalten sind. Denn seien wir mal ehrlich – wozu brauchen wir so viele Klamotten? Wir kaufen uns immer neue dazu und ziehen die alten Klamotten nicht mehr an.

Was machen wir mit dem alten Besteck, wenn wir uns Neues gekauft haben? Und wenn wir umziehen und uns neue Möbel kaufen? In einer Facebook-Gruppe posten Dortmunder fast täglich ihre alten Möbel – die noch sehr neu aussehen – und suchen nach Flüchtlingen, die diese brauchen. Neuverwendung bekommt seit einiger Zeit eine neue Bedeutung – und das finde ich klasse!

In den letzten Tagen bin ich von all der Hilfe überwältigt – genauso wie die syrische Frau. In Dortmund sind am Wochenende mehr als 2000 Flüchtlinge mit dem Zug angekommen und es sollen noch mehr werden. In der Nacht mobilisierten sich hunderte Helfer und organisierten Sachspenden und stellten die ganze Stadt auf den Kopf. Der Rossmann am Hauptbahnhof wurde leergekauft, Helfer wurden sogar schon abgewiesen, weil es so viele gab. Da konnten auch die Nazis nichts mehr tun. In diesen Momenten könnte ich diese Stadt umarmen. Meine Dankbarkeit zeigen, meine Fassungslosigkeit und meine Freude.

Ich habe die letzten Wochen immer wieder überlegt, was ich zur Flüchtlingssituation in Deutschland zu schreiben habe. Ich habe immer wieder versucht meine Gedanken in Worte zu fassen – zu beschreiben, dass ich beschämt von all den Brandstiftungen auf Asylheimen bin. Beschämt, über die Reaktionen mancher Deutscher. Beschämt, von der Reaktionslosigkeit Merkels. Aber mir vielen keine Worte ein. Die Sätze wollten sich nicht bilden. Dazu muss ich leider auch sagen, dass ich die letzten Wochen wenig Zeit für meine Gedanken hatte. Mein Praktikum bei SPIEGEL ONLINE ist vorbei, ich bin wieder in Dortmund und stecke mitten in der Klausurphase. Dennoch – ich werde wieder öfter bloggen. Und vor allem über unsere neuen Mitbürger, unsere neuen Freunde.

Das Fasten, seine Schwierigkeiten und das Ende

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„Ich verstehe nicht, wieso du heute gefastet hast. Du bist neu in Hamburg, die Leute kennen dich nicht und du gibst ihnen nicht mal die Möglichkeit, dich in der Mittagspause beim Essen kennenzulernen“, sagt meine Freundin am Telefon zu mir. Ich sitze in einer fremden Wohnung, die ich für die nächsten zwei Monate mein Zuhause nennen werde und telefoniere mit einer Freundin aus Dortmund. Ich habe ihr erzählt, wie toll ich die Hafenstadt finde und dass mir das Praktikum sehr gut gefällt. Sie hingegen macht mir Vorwürfe, denn das Fasten wäre auf der Arbeit nicht angemessen gewesen. Ich solle doch viel lieber das Angebot meiner Arbeitskollegen annehmen und mit ihnen zu Mittag essen – um sie besser kennen zu lernen. „Aber ich faste doch nur eine Woche auf der Arbeit. Danach besteht immer noch die Möglichkeit gemeinsam zu essen. Schließlich bin ich nicht nur eine Woche hier“, sage ich und versuche meine Freundin zu überzeugen. Vergeblich. Sie verurteilt mich und ich finde nicht die passenden Worte, ihr meine Bedeutung vom Fasten zu erzählen. Ohnehin verstehe ich nicht, wieso sie mir Vorwürfe macht. Schließlich fastet sie selber und kennt die Umstände, denen man oft ausgesetzt ist: Schulsport, Mittagessen mit Arbeitskollegen, Klausuren oder anstrengende Arbeitsbedingungen. Zwischendurch etwas zu trinken und zu essen tut natürlich gut und verhindert Kopfschmerzen und Müdigkeit. Aber auch das gehört zum Fasten dazu. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die bei Unannehmlichkeiten aufhören zu fasten. Ich vertrete eher die Meinung, dass es überhaupt keine Unannehmlichkeit geben kann, die mich vom Fasten abhalten könnte. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Außerdem ist das Ganze auch eine Gewöhnungssache. Wer schon seit seiner Kindheit fastet und in einer Familie aufgewachsen ist, in der das Fasten und das Ramadanfest eine besondere Bedeutung hat, der hat wenig Schwierigkeiten mit dem Fasten. So auch bei mir. Als kleines Kind habe ich immer einige Stunden am Tag gefastet, z.B. bis zum Mittagessen. Mit langsamen Schritten habe ich mich dann daran gewöhnt und merke manchmal kaum, dass ich am Fasten bin. Und wenn sich dann jemand in der Fastenzeit mit mir zum Essen verabredet, so verschiebe ich das Treffen immer auf einige Wochen. Denn so wie alles andere auch, geht die Fastenzeit auch vorbei. Dieses Jahr ist ist das Fasten nun vorbei und alle Muslime auf der ganzen Welt feiern das Ramadanfest. In diesem Sinne, wünsche ich allen Muslimen ein besinnliches und segenreiches Fest und freue mich auf das nächste Jahr.

Zwischen Touristen und Anzugmenschen

11737037_874295002646011_1579747830_n„Und wenn du nach mehreren Versuchen nicht ans Handy dran gehst, steige ich ins Auto und fahre 400 Kilometer, nur um nach dir zu schauen. Verstanden?“ Meine Mutter meint es ernst. Wenn ich in den nächsten zwei Monaten auf meinem Handy mehrere abwesende Anrufe sehen sollte, ist meine Mutter wahrscheinlich auf dem Weg. Abwesende Anrufe sind eigentlich nicht ungewöhnlich für mich, da mein Handy oft auf lautlos gestellt ist. Und wenn meine Mutter mich mal anruft und ich nicht dran gehe, so versucht sie es in den seltensten Fällen noch mal, es sei denn, es ist wichtig.

Aber die Umstände haben sich seit ein paar Tagen geändert. Ich sitze alleine in einer Wohnung, genauer gesagt in einer Wohnung auf Zeit – in Hamburg, fast 400 Kilometer von Zuhause entfernt. Es ist das erste Mal, dass ich so lange alleine bin und für meine Mutter dementsprechend ebenfalls neu. Sie ruft jeden Tag an, fragt was ich gegessen habe, was ich gemacht habe und ob ich etwas brauche. Ich sage ihr ständig, dass es mir gut ginge und dass sie nicht sooft anrufen müsse. Schließlich reden wir nicht mal Zuhause so viel. Aber so sind Mütter eben. Sie machen sich Sorgen. Die nächsten zwei Monate werden für mich dennoch spannend, da ich ein Praktikum bei Spiegel online angefangen habe und mich ein bisschen in de Hafenstadt verliebt habe.

Hamburg ist kein Vergleich zum Ruhrgebiet. Hier sind die Menschen entweder in Eile, weil sie zur Arbeit müssen oder sie sind Touristen und somit entspannt. Als ich die ersten Tage hier war, ist mir die ‚Lebhaftigkeit‘ der Stadt aufgefallen. Aus jeder Ecke sprudelt es von Menschen, jede Bahn ist überfüllt und gefühlt jeder Zweite ist Tourist. In Dortmund hingegen würde jeder Backpacker auffallen, falls sie denn dort existieren. Und Anzugmenschen gehören auch nicht gerade zum Dortmunder Stadtbild. Aber jede Stadt ist eben unterschiedlich und somit für sich besonderes. Aber wie dem auch sein, ich freue mich auf die nächsten zwei Monate mit dir, oh du schönes Hamburg,

Faste mit Herz und Seele

Eine fiktive Kurzgeschichte, die ich mit 15 Jahre im Ramadan geschrieben hatte.

largeBevor mein Vater starb, sagte er mir, ich sollte immer mit Herz und Seele fasten. Das ist jetzt acht Jahre her. Seine letzten Worte konnte ich nie vergessen, jedoch auch nie verstehen. Bevor ich ihn damals fragen konnte, hatte er schon seine letzten Atemzüge gemacht. Ich habe schon immer an Gott geglaubt. Habe immer alles verstanden, wieso und weshalb ich etwas tun sollte. Doch die letzten Worte meines Vaters konnte ich nie verstehen.

Das Fasten hatte vor einer Woche begonnen. Wieder herrschte Zuhause eine feierliche Stimmung, das Essen roch abends so köstlich wie nie zuvor. Meine Familie saß abends an dem gedeckten Tisch und bedankte sich bei Gott für das reichliche Essen. Dann aßen wir und schlugen wie jedes Mal unsere Bäuche voll. Mein Vater fehlte. Aber im Stillen stellte ich mir vor, er würde mit uns am Esstisch sitzen.

Am siebten Tag des Ramadan nahm ich mir wie jedes Jahr vor, etwas mehr über das Fasten herauszufinden und so vielleicht die Worte meines Vaters zu verstehen.

Es war Sommer. Doch die Sonne lächelte uns kaum zu, so regnete es seit einigen Tagen. Heute war es besonders kalt und dunkel. Schon am Morgen hatte ich die Lichter angemacht. Da es draußen sehr windig war, zog ich mir einen dicken Schal über meine Jacke und machte Schritte in Richtung Bücherei, um dort eventuell interessante Literatur zum Fasten zu finden.

Der Bus hatte Verspätung, sodass ich beim Umsteigen die Bahn zur Bücherei verpasste. Ich regte mich innerlich auf, da der Bahnfahrer mich noch sah, aber einfach weg fuhr. Die Bahnhaltestelle war unter einer Brücke, sodass ich zumindest vom Regen geschützt war. Gerade als ich meine Kopfhörer in meine Ohren stecken wollte, fiel mir auf der anderen Straßenseite ein Obdachloser auf, der sich auf ein paar Zeitungsblätter gesetzt hatte. Er rieb sich die Hände aneinander, um die Kälte weniger zu spüren. Seine dunkelbraunen Haare waren ungewaschen, seine Kleidung zerrissen und neben ihm lag ein aufgeschlagenes Buch.

Ich schaute mir den Mann an und erkannte, dass dieser Mensch im Moment auf etwas Warmes angewiesen war. Ich überquerte die Straße, nahm meinen Schal und gab ihm diesen wortlos. Er schaute mich an, nahm den Schal an und bedankte sich. Er lächelte. Es war ein Lächeln voller Dankbarkeit und Freude. Ein Lächeln, das kaum jemand besaß.

Meine Bahn kam. Ich rannte über die Straße und stieg ein. Als ich mich endlich auf einen Sitzplatz setzen konnte, warf ich noch einen Blick aus dem Fenster und sah den Mann mit meinem Schal lächelnd und zufrieden aus seinem Buch lesen. In diesem Moment verstand ich endlich die Worte meines Vaters. Ich verstand, dass es beim Fasten nicht nur ums Hungern geht. Sondern auch darum Bedürftigen zu helfen, ihnen ein Lächeln zu schenken. Ein mitfühlendes Herz. Eine wohltuende Seele.

In diesem Sinne wünsche ich allen Muslimen einen gesegneten Ramadan.

Der Raum der Stille und seine Kälte

11350295_858866050855573_1220535991_nIm Untergeschoss. Neben der Abstellkammer für die Putzfrauen. Weit weg vom Studentenleben. Dort liegt der Raum der Stille für die Studenten der westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen. Keine Wegweiser, keine Beschilderungen, keine Hinweise. Nur ein veralteter und an den Rändern zerrissener Zettel an der Tür macht deutlich, dass hier ein Raum der Stille sein soll. „In der Zeit von 13 Uhr bis 14 Uhr und von 17.30 und 18.30 Uhr steht dieser Raum muslimischen Studierenden zum Gebet zur Verfügung. Wir bitten Euch darauf Rücksicht zu nehmen,“ schreibt das ASTA-Team auf den Zettel. Beim Öffnen der Tür erscheint zunächst ein dunkles Zimmer. Erst durch das Einschalten des Lichtschalters, der dabei leises Knacken von sich gibt, wird ein kleiner 30 Quadratmeter großer Raum deutlich. Da es keine Fenster gibt, lassen zwei Lüftungsschächte die Luft leise im Hintergrund summen. Außerhalb des Raumes ertönt jede Tür, die im Flur geöffnet oder geschlossen wird, wie ein leiser Knall.

„Als ich vor zwei Jahren angefangen habe zu studieren, hat mir keiner von diesem Raum erzählt. Ich wollte unbedingt irgendwo mein rituelles Gebet verrichten, aber ich wusste nicht wo. Erst durch eine Freundin habe ich von dem Raum im Untergeschoss erfahren.“

Hümeyra studiert seit zwei Jahren Wirtschaftsingenieurswesen an der Hochschule und pendelt jeden Tag von Essen nach Gelsenkirchen. Sie ist praktizierende Muslima, trägt ein Kopftuch und verrichtet ihr Gebet im Raum der Stille. „Ich habe mich sehr gefreut, als ich erfahren habe, dass ich endlich mein Gebet in einem dafür vorgesehenen Raum verrichten kann“, erzählt sie. Dabei schaut etwas nachdenklich und erinnert sich an ihr erstes Semester zurück. Die Freude aber blieb damals nicht so lange, denn als sie den Raum betrat, war sie überrascht: „Dort gibt es keinen Teppich und keine Fenster. Ich finde es sehr stickig dort. In einer Moschee befindet sich immer ein Teppich, worauf ich dann meinen Gebetsteppich ausrollen kann. Das fehlt mir dort, deswegen fällt es mir schwer, mein Gebet in dieser Atmosphäre zu genießen.“

Dabei gehört das Gebet zu den fünf wichtigsten Elementen des Islams. Neben dem Bekenntnis, dass es nur einen Gott gibt und dass Muhammad sein Gesandter ist, müssen Muslime noch beten, fasten, nach Mekka pilgern und Almosen zahlen. Darunter begleitet das Gebet einen Muslim jeden Tag. Denn Muslime beten fünf Mal täglich. Vor Sonnenaufgang, mittags, nachmittags, abends und nachts. Sie rezitieren dabei leise Verse aus dem Quran, dem Religionsbuch der Muslime, und stehen, beugen und knien sich nieder. Diese gymnastikähnlichen Bewegungen tun sich 2-4 Mal. Je nachdem, welches Gebet sie verrichten. Für praktizierende Muslime ist das rituelle Gebet eine Art Konversation mit Gott und viele spüren dabei eine innere Ruhe. Das Gebet erfordert viel Zeitmanagement und Ehrgeiz, da es zu jeder Alltagssituation auftritt. Während der Arbeitszeit, beim Kaffee mit Freunden oder eben beim Lernen für die nächste Semesterprüfung. Männer und Frauen beten getrennt. Normalweise gibt es dafür in Moscheen zwei unterschiedliche Bereiche oder Räume.

Den Raum der Stille gibt es nur einmal. „Ich bete normalerweise in der 45 Minuten Mittagspause. Das Gebet ist mir wichtiger als das Essen, daher gehe ich sofort nach Eintritt der Gebetszeit ins Untergeschoss.“ Insgesamt braucht Hümeyra 20 Minuten für das Gebet und die rituelle Gebetswaschung, das vor dem Gebet gemacht werden muss. Dafür werden Hände, Gesicht und Füße gewaschen. In dem Raum der Stille gibt es extra dafür drei Waschbecken. „Das Problem an dem Raum ist aber, dass er keine Möglichkeit für die Geschlechtertrennung bietet. Deswegen müssen alle Frauen so lange warten, bis die Männer zu Ende gebetet haben. Oder auch anderes herum. Je nachdem, wer zuerst da ist. Es gab Zeiten, da habe ich meine ganze Mittagspause dort gewartet und bin sogar zu spät zur Vorlesung gekommen. Das Gebet aber einfach nicht beten kann ich nicht. Es gehört zu meiner Religion dazu und ich möchte diese auch ausleben.“ Wenn es keinen Raum der Stille geben würde, würde Hümeyra sich einen ruhigen und ungestörten Ort an der Uni suchen und dort beten.

Die westfälische Hochschule ist aber kein Paradebeispiel für Religionsausübung, aber ein Schritt in diese Richtung. Denn im Gegensatz dazu können Studenten an der Universität in Essen in einem großen, zentral liegenden Raum ihr Gebet verrichten. Dort wurde ein Teppich ausgelegt. Den Raum teilt eine Gardine, Männer und Frauen beten jederzeit getrennt. Im Raum der Stille an der westfälischen Hochschule beten die Studenten auf kleinen, dünnen Gebetsteppichen mit orientalischen Mustern. Sie legen diese auf dem kalten Boden und spüren dabei kaum den dünnen Teppich unter ihren Füßen. Aus hygienischen Gründen ziehen sie ihre Schuhe aus, die Kälte durchquert ihren ganzen Körper. Um sie herum sind weiße Fliesen, die teilweise schon gelblich wirken, da die Putzfrauen diesen Raum oft meiden. Gemütlichkeit sucht Hümeyra vergeblich. Sie betet, aber sehnt sich nach Wärme.

„Aber ich finde es dennoch gut, dass es diesen Raum gibt. Das zeigt, dass die Hochschule praktizierende Muslime respektiert und toleriert.“ Denn wenn es Hümeyra endlich in den Raum schafft, wäscht sie sich, nimmt einen von den ca. 25 Gebetsteppichen aus dem Regal, legt diesen auf den Boden. Ihr Gebetsteppich zeigt in Richtung Südosten, dort wo geographisch vor 1400 Jahren der Beginn des Islam war. Dort wo heute Millionen Muslime um die Kaaba herum beten, dem heiligen Gebetsort voller Wärme.

Reportage entstand im Rahmen meines Studiums

Wie ein Flüchtling seine Hoffnungen in einer Turnhalle verlor

An diesem Ort sollten keine Menschen leben! Das grelle gelbe Licht in der Turnhalle blendet seine Augen, er schaut beim Gehen nach unten. Er berührt mit seinen Fingern sanft die hellen Holzwände, hinter denen sich Schlafplätze für bis zu zehn Flüchtlinge befinden. Sein Atem ist laut. Er versucht es zu unterdrücken, doch die Turnhalle wurde schon seit einiger Zeit nicht mehr gelüftet. Der Gestank nach muffeligem Holz und ungewaschener Kleidung hat sich in der ganzen Halle verbreitet. Aus jeder Ecke ertönen Stimmen, Babygeschrei und laute Diskussionen auf den unterschiedlichsten Sprachen. Der gelbe Boden hat sich langsam dunkelbraun gefärbt, an der Wand hängen die Verhaltensregeln auf weißem Papier: „No Drugs, no Alkohol, no Prostitution.“ Als er die Turnhalle verlässt, geht er an Toiletten vorbei, deren Türen geöffnet sind. Es fehlt teilweise an Toilettenpapier und Seife. Der Flur ist ebenfalls grell beleuchtet, die Wände sind mit Graffiti beschmiert. Es gibt keine Fenster, an einigen Ecken sind Bänke mit Tischen aufgestellt: ein Freizeitort für Flüchtlinge. Er ist vor zwei Monaten in die Turnhalle gezogen. Eine Notunterkunft, die sein Leben prägen sollte.

„Ich mag keine lauten Orte. Ich bevorzuge die Stille“, sagt Sam. Er ist ein junger Mann, der vor einigen Monaten aus Syrien geflüchtet ist. Er hat schwarze Haare, hellgrüne Augen und trägt eine große schwarze Brille. In Syrien hat er Geschichte und Rechtwissenschaften studiert, brach jedoch sein Studium ab, als der Krieg ausbrach. „Ich wollte nicht in den Krieg ziehen. Ich kann keine Menschen töten.“ So floh er zunächst in die Türkei, wo ihn ein Freund aufnahm, den er durch seine vielen Reisen kennengelernt hatte. Ein Visum nach Deutschland bekam er durch seinen Bruder, der schon seit einigen Jahren in Deutschland lebte: „Es war ein faszinierendes Gefühl, als ich meinen Bruder nach vielen Jahren wiedersah.“ In Syrien lebte er mit seinen Eltern und seinen drei älteren Brüdern in einem großen Haus in Aleppo. Neben dem Studium reiste er viel mit seinen Freunden und las sehr gerne Bücher. Friedrich Nietzsche gehört zu seinen Lieblingsautoren, deren Werke er vor seiner Ankunft las. Doch seine Lieblingsbeschäftigung wurde ihm schnell genommen, denn man schickte ihn in insgesamt sieben Notunterkünfte, in denen er nur schwer Freunde finden konnte: „Meine einzigen Freunde kenne ich aus der Bar!“

Die Sonne ist untergegangen und vor der Bar „Nordpol“ an der Münsterstraße sammeln sich überwiegend männliche Flüchtlinge. Es wird getrunken und geredet – auf den unterschiedlichsten Sprachen. Die Eingangstür ist mit Stickern aller Art beklebt, es ertönt Musik, die jedoch von den Stimmen übertönt wird. Drinnen ist es voll! Jeder Sitzplatz und Stehplatz ist besetzt. Neben den Flüchtlingen, die von der „Refugee Welcome Gruppe“ eingeladen wurden, finden sich ehrenamtliche junge Leute, die den Flüchtlingen eine Anlaufstelle für Beratung und Austausch bieten. Es gibt Waffeln, Bier und jede Menge anderer Getränke. Sam sitzt an der Theke. Er redet auf Englisch mit einem deutschen Freund, den er in der Bar kennengelernt hat. Sein Getränk hält er fest in seiner Hand. Er hat seine Mütze und seine Jacke nicht ausgezogen. Ab und zu lächelt er, schaut verwirrt in die Menge und redet dann weiter. Sam mag keine lauten Orte, doch die Abende in der Bar sind eine Flucht in ein normales Leben. Eine Flucht vor der Turnhalle.

„Die Turnhalle ist kein Gefängnis. Die Flüchtlinge können sich frei bewegen“, sagt Herr Hoffmann, Leiter der Notunterkunft. Die Turnhalle wurde Ende November zu einer Notunterkunft umgewandelt. Insgesamt können dort ca. 300 Flüchtlinge aufgenommen werden, wobei noch nicht alle Plätze belegt sind. Die große Turnhalle erinnert an eine Messehalle: Schlafräume wurden durch Stellwände aus Holz erbaut, die jedoch nur ein Minimum an Privatsphäre leisten, da sie nicht bis zur Decke reichen. Jeder Raum hat eine Tür und es können bis zu 10 Personen in einem Raum schlafen: „Familien leben zusammen in einem Raum, ansonsten wird nach Geschlechtern getrennt“, sagt Herr Hoffmann. Er ist davon überzeugt, dass die Mitarbeiter einen guten Job machen, „denn es gibt 24 Stunden einen Wachdienst und den Flüchtlingen wird versucht, durch einen Sozialarbeiter oder durch einen Deutschlehrer, zu helfen.“ Besonderes geholfen haben aber die Dortmunder selbst. Denn durch Sachspenden konnte eine kleine Turnhalle mit Klamotten und mit Kinderspielzeugen gefüllt werden: „Wir waren überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Bürger“, erzählt er.

Als ich das erste Mal die Turnhalle betrat, wollte ich sofort raus. Ich habe es den Mitarbeitern gesagt, doch sie erklärten mir, dass ich keine andere Wahl habe.“ Sam redet nicht gerne über die Turnhalle. Er betrachtet nachdenklich seinen Kaffee, legt seine Hände um die Tasse. „Ich töte meine Zeit! Ich habe den ganzen Tag nichts zu tun und kann dort nicht mit den Menschen reden, weil sie entweder kein Englisch verstehen oder nicht die gleichen Interessen haben.“ Er redet gerne über Literatur, Geschichte und philosophiert über das Leben. Dabei werden seine Augen groß, er beginnt leicht zu lächeln: „Ich habe es vermisst Bücher zu lesen, ein Buch zu öffnen und mich weiter zu bilden. Ich kann nicht einfach den ganzen Tag nichts tun. Das bin ich nicht, das ist nicht meine Art.“ Doch andere Möglichkeiten bietet die Turnhalle nicht. Der Deutschlehrer kommt unregelmäßig, Sam flüchtet manchmal in die Innenstadt: „Als Flüchtling ist es nicht leicht.“

Dabei ist Sam nicht mal illegal in Deutschland. Für syrische Flüchtlinge gibt es einige wenige Möglichkeiten ein Visum zu erhalten und nach Deutschland einzureisen. Unter den wenigen Möglichkeiten zählt, dass der jeweilige Flüchtling Student ist oder mindestens ein Familienmitglied in Deutschland hat. Auf Sam treffen beide Kriterien zu, sodass er ein Visum erhalten konnte. „Ich habe schon eine Aufenthaltserlaubnis beantragt. Doch wahrscheinlich wird das noch ein wenig dauern“, sagt Sam und hofft inständig, dass er bald eine bekommt. Insgesamt gab es von 2012 bis 2014 in Deutschland 29.820 Ersteinträge syrischer Asylbewerber, wobei man nicht genau sagen kann, wie viele davon legal und illegal sind. Im Vergleich dazu hat die Türkei knapp über eine Millionen syrischer Flüchtlinge aufgenommen.

„Ich möchte ein neues Leben beginnen! Glücklich sein.“ Sam möchte wieder studieren, eine Familie gründen und in Deutschland bleiben. Aufgrund der Wehrpflicht, vor der er geflohen ist, kann er nicht zurück nach Syrien: „Ich glaube, dass der Krieg noch lange dauern wird. Aber ich möchte meine Familie nach Deutschland holen. Vielleicht schaffe ich es irgendwann, meinen Eltern ein Visum zu besorgen.“ Er schaut dabei nachdenklich in die Luft. Ihm ist bewusst, dass das nicht leicht wird, doch er lächelt dabei. Er träumt von einem normalen Leben, eins mit einer Beschäftigung, eins mit Familie und Freunden. Ein Leben, wie es sich ein junger Mann vorstellt. Total normal eben. Sam Mustafa ist voller Hoffnungen nach Deutschland gekommen, ist vor dem Krieg geflohen, hat sein früheres Leben aufgeben müssen, damit er eine zweite Chance bekommt. Doch um seine anfänglichen Hoffnungen wieder zu gewinnen, muss er erst raus aus der Turnhalle, denn dort tötet er nur seine Zeit.

Reportage über einen jungen Flüchtling, denn ich einige Tage im Rahmen meines Studiums begleitete. Name geändert.

„Du bist jetzt mein Bruder!“

IMG_7660Seine schwarzen Haare wirken etwas unordentlich, so als wenn er sie schon lange nicht mehr durchgekämmt hatte. Er trägt eine Brille, die er immer wieder zurechtrückt und schaut auf seine Bücher, die er auf einen kleinen schwarzen Tisch hat. Sein dunkel braunes Jackett hat er nicht ausgezogen, obwohl es in der Bücherei sehr warm ist. Er ist vertieft in seine Bücher – die Schrift darin ist auf Arabisch. Ab und zu schreibt er etwas auf Arabisch auf und schaut dann wieder in seine Bücher und liest.

Ich sitze an dem Tisch neben ihm und lerne für meine nächsten Klausuren. Seit einiger Zeit bin ich im Prüfungsstress, arbeite daneben und finde kaum noch Zeit für etwas anderes. Ich habe das Gefühl, den Geruch der Bücherei besser als den Geruch meines Zimmers zu kennen. Ich entwickle langsam Stammplätze, an denen ich besonders gut lernen kann.

Daher ist es nicht das erste Mal, dass ich den Mann neben mir sehe.Vielleicht ist er auch ein Gewohnheitsmensch und erkannte mich wieder als ich mich neben ihm hinsetzte. Vielleicht war das Lächeln am Beginn aber auch nur eine höfliche Begrüßung. Ich weis es nicht.

Als ich mich endlich in meinen Lernstoff vertiefe, setzt sich ein weiter Mann an den Tisch neben mir. Er hat ebenfalls schwarze Haare, ist groß und meiner Schätzung nach Mitte fünfzig. Ich würde die beide für Brüder halten, wenn sie sich nicht wie Fremde angucken würden. Der neue Mann schaut auf die Bücher des anderen. Sag ein paar Wörter, die ich nicht verstehe. Dann fangen die Beiden ein Gespräch an – eine Mischung aus deutschen und arabischen Wörtern. Ich kann nicht genau verstehen, was sie sagen. Aber sie verstehen sich sehr gut. Der neue Mann deutet nach einigen Minuten darauf hin, dass er gehen muss. „Du bist jetzt mein Bruder“, sagt der andere noch zu ihm. Lächelt ihn an und beide umarmen sich. So, als wenn sie Brüder wären, die sich nach vielen Jahren wieder sehen.

Ich kann nur schwer beschreiben, wie ich mich für diese Bekanntschaft gefreut habe, obwohl ich kein Teil davon war. In dem Moment haben sich zwei Fremde getroffen und wurden nach nur wenigen Minuten zu Brüdern, deren Zusammentreffen hoffentlich nicht das Erste und das Letzte sein wird.

Es gibt viele Begriffe, die heute unschön und doch modern sind: Vorurteile, Integration, Rassismus, Abendland, Nazis. Nur wenige moderne Begriffe beschreiben Zusammenhalt und Courage. Brüderlichkeit oder besser gesagt Geschwisterlichkeit ist eins dieser Begriffe, die kaum noch genutzt werden und doch einen wichtigen Wert haben. Ich habe manchmal das Gefühl, dass wir überfallen werden von negativen Begriffen. Dabei sind diese Begriffe, das Letzte was in dieser angespannten Situation helfen könnte.

Aber kommen wir zur Brüderlichkeit. Wann war es das letzte Mal, dass wir so nett zu Fremden waren. Wann haben wir uns um die Probleme anderer gekümmert oder wann haben wir uns für sie interessiert. Mittlerweile geht es nur noch um das „Ich“. Der Egoismus blendet uns lässt Werte verlieren, für die man jahrelang in Europa gekämpft hat- nicht umsonst kommen die Begriffe Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit aus der Französischen Revolution.

Wenn mir eins mit diesem Blog wichtig ist, dann ist es einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass man auf der Straße lächelt. Ich habe gesehen, dass zwei Fremde Brüder werden konnten, wieso können wir nicht mit den Menschen in unserer ummittelbaren Umgebung nett umgehen? Wieso müssen wir immer mies gelaunt den Verkäufer angucken? Was ist aus dir geworden, liebes Deutschland?

„Ich träume davon, deutsch zu sprechen!“

DSC09183Sie hat sich einen roten Lippenstift aufgetragen, auf ihren Wangen ist leicht Rouge zu erkennen. Sie zupft ständig an ihrem dunkelblauen Schal aus Seide, den sie eng um Ihren Hals gebunden hat. Als ich mir Platz neben ihr nehme, schaut sie mich neugierig an. Das Bühnenprogramm ist gerade zu Ende gegangen. Es gab Gesang und eine Willkommensrede für die Flüchtlinge, die nun an den Tischen sitzen. Sie junge Frau schaut mich gespannt an, sie traut sich nicht mich anzusprechen.

Aadila* ist vor drei Monaten aus Bangladesch geflüchtet. Alleine mit dem Schiff. Sie ist 20, so alt wie ich. Ihre schwarzen Haare hat sie zu einem engen Dutt frisiert und sie trägt einen schwarzen Blazer. Im Gegensatz zu den anderen Flüchtlingen sieht sie aus wie eine exotische Geschäftsfrau, die sich verirrt hat. Fehl am Platz. „Alles schön“, wiederholt sie ein paar Mal, als ich sie frage, wie sie denn Deutschland findet. Sie erzählt mir, dass sie in Bangladesch von ihrer Tante schikaniert wurde. Ihre Eltern starben vor einigen Jahren bei einem Autounfall. Sie hat in Armut gelebt, als Frau durfte sie kaum auf die Straße und an der Bildung durfte sie nicht teilhaben. „Ich wollte weg“, erzählte sie mir. Weg von dem Land, in dem sie geboren wurde und an das sie nur noch schlechte Erinnerungen hat.

Ich rede mit ihr über ihre neue Heimat, in der sie sich jedoch wie eine Fremde fühlt: „Ich traue mich nicht raus, nicht zum Arzt. Nur zum Deutschkurs. Ich träume, deutsch zu sprechen.“ Ein Traum, den sie nur schwierig in die Wirklichkeit umsetzen kann. Denn Aadila ist schüchtern. Sie sitzt in der hinteren Ecke des kleinen dekorierten Zimmers, schaut kaum jemanden an. Auf meine Fragen antwortet sie zunächst wie ein aufgenommenes Tonband: „Alles schön“. Ich habe Schwierigkeiten mit ihr zu reden, Aadila versteht kaum meine Sprache. Dabei gestikuliere ich, versuche ihr zu helfen, ihre Schüchternheit zu bekämpfen. Erfolglos, denn für Aadila bleibt „alles schön“.

Dabei kann ich es ihr nicht verübeln. Sie fühlt sich wie eine Fremde in ihrer neuen Heimat. Eine Heimat, die sie voller Hoffnung und neuen Träumen betreten hat. Eine Heimat, in der sie sich einsam fühlt. Eine Heimat, voller Sprachbarrieren. Aadila war die erste geflüchtete Frau, die ich kennengelernt habe. Und ich werde die Hoffnungen und Träume in ihren Augen nicht vergessen. Aadila ist eine von Vielen, die in Deutschland ein neues Leben beginnen wollen und wer könnte ihnen den Weg leichter machen, als die Heimischen selbst?

*Name geändert