Kauders Angst vor der Moschee

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Unionsfraktionschef Volker Kauder fordert die staatliche Überwachung von Moscheen. Laut ihm gebe es in einigen Moscheen Predigten gegen das Staatverständnis. Der Staat sei hier gefordert, denn er solle kontrollieren.

Wenn es nach ihm ginge, dann sollten in jeder Moschee Überwachungskameras herzlichst die Muslime willkommen heißen. Eine Moschee – einst ein religiöser Raum für Muslime – solle doch lieber zu einem Spielraum des Verfassungsschutzes werden. Dabei kontrolliert der Staat schon Moscheen. Für Kauder aber noch nicht genug. Er will mehr und fordert eine Generalüberwachung. Der CDU-Politiker hätte auch sagen können, dass die Muslime sich nicht so anstellen sollen: Den Generalverdacht gibt es nicht erst seit gestern. Das bisschen mehr schadet nun wirklich keinem.

Wer sich also freitags in der Moschee die Predigt anhört, kann sich auf die poetischen Zeilen Kauders freuen: „Bei uns gelten die Werte des Grundgesetzes“. Demnächst könnte er auch fordern, dass Mitarbeiter des Verfassungsschutzes Führungen durch die Moschee anbieten. Selbstverständlich mit dem Grundgesetz in der Hand. Das sollte doch das Zusammenleben fördern.

Aber auf ihrer Sprache dürfen Prediger sprechen – Eine Gnade Kauders. Wenn dann ein Prediger freundlich ‚Hallo’ sagt, schaut er komisch aus der Wäsche. Ein deutsch sprechender Prediger existiert für ihn nicht. Aber das kann ihm keiner übel nehmen: Er war wohl selbst nie in einer Moschee – das erklärt seine große Angst. Und diese sollte man ernst nehmen.

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