Auch Hochschulen sind vom Rassismus nicht befreit

Wenn der Professor sagt, dass Frauen nichts in Ingenieurberufen zu suchen haben – und schon gar nicht mit Kopftuch, ist das dann Rassismus oder Alltag?

Rassismus an Hochschulen offenlegen und zeigen – das ist Thema unter dem Hashtag #campusrassismus. Vor allem Studenten posten ihre Erlebnisse an Hochschulen, berichten über Rassismus und Diskrimierung durch Professoren und Kommilitonen. Zeigen, was ist. Zeigen, dass auch die Universitäten nicht davon ausgeschlossen sind. #Campusrassismus ist zu einer Plattform für Erlebnisse geworden, die sonst nur in vier Wänden bleiben.

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Rassismus ist ein Wort geworden, das wirklich jeder in seinen Mund nimmt. Nicht nur Betroffene – auch sogenannte Untertreiber: Rassismus gebe es in Deutschland doch gar nicht und wer so etwas behaupte, sei einfach nur fixiert darauf. Dabei sind es gerade diese Untertreiber, die solche Diskussionen erst hervorheben. Rassismus ist Alltag in Deutschland – was viele einfach nicht sehen wollen. Vielleicht, weil sie es nicht selber erleben oder auch weil sie selber Alltagsrassismus ausüben. Das fängt schon dabei an, wenn Babys nicht in Vorlesungen geduldet werden, wenn der Professor scheinbar den Namen nicht aussprechen kann oder wenn man als Paradebeispiel von Integration gesehen wird – obwohl man hier geboren ist.

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Ich gehöre zu den Glücklichen, die nicht mitmachen müssen. Und das, obwohl ich zu den wenigen Journalismus-Studenten gehören, die einen Migrationshintergrund haben. Dennoch, lest euch die Tweets durch. Denn sie zeigen, dass auch die Hochschule von Rassismus befallen ist. Dass Rassismus nichts mit Intelligenz zutun haben muss. Dass auch gebildete Menschen Probleme damit haben. #Campusrassismus ist leider der Alltag von einigen Studenten.

Mehr dazu auf bento.de und auf Twitter

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Ein Gedanke zu “Auch Hochschulen sind vom Rassismus nicht befreit

  1. Das meiste, das heute unter „Rassismus“ subsummiert wird, ist unschön, dumm, unhöflich, beleidigend oder zumindest ignorant, grobschlächtig und dergleichen mehr, aber „Rassismus“ ist es bestimmt nicht. Ich glaube kaum, daß irgendeiner der sich „rassistisch“ verhaltenden ernsthaft und überlegt der Ansicht ist, es gebe qualitative Unterschiede in der Menschlichkeit der „Rassen“ oder unterschiedliche Versionen von Menschenrechten für verschiedene „Rassen“ etc. DAs wäre rassistisch. Ebenso ist nicht alles Rechtsradikale „faschistisch“ und nicht alles im Einzelnen Unhöfliche oder Beleidigende gegenüber Frauen „sexistisch“. Wir verwässern diese (sehr genau von Geschichts- und Sozial- und Politikwissenschaften definierten) Begriffe und dann steht uns kein trennscharfes Vokabular mehr zur Verfügung, wenn wir wirklich etwas „faschistisches“ oder „rassistisches“ sehen.

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